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Situation am Arbeitsmarkt für unsere Zielgruppe

Wir leisten bildungsbezogene Unterstützung für junge Flüchtlinge, die nicht alle den gleichen Aufenthaltsstatus und damit nicht alle die gleichen Rechte am Arbeitsmarkt haben, – wie im folgenden dargestellt:

Asylberechtigte Flüchtlinge
erhalten Asyl auf Basis der Genfer Konvention (Synonym: Konventionsflüchtling, asylberechtigt). Sie sind Österreichern bis auf Wahlrecht gleichgestellt, haben freien Zugang zum Arbeits- und Lehrstellenmarkt.

Subsidiär schutzberechtigte Flüchtlinge
Subsidiär Schutzberechtigte haben keine ausreichenden Gründe für eine Asylgewährung, erhalten aber aufgrund einer allgemein bedrohlichen Sicherheitslage in der Heimat einen Abschiebeschutz. Dieser Status wird befristet vergeben, – erstmalig auf ein Jahr, danach auf jeweils zwei Jahre. Nach 5 Jahren subsidiärer Schutz kann man um einen Daueraufenthalt EU ansuchen. Subsidiär Schutzberechtigte dürfen arbeiten und haben uneingeschränkten Zugang zum Lehrstellenmarkt.

Asylwerber
Österreich hat die Vorgaben der „EU-Richtlinie 2003/9/EG des Rates zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern“ grundsätzlich zufriedenstellend umgesetzt. Die Richtlinie legt den für Asylwerber maximal erlaubten Nicht-Zugang zum Arbeitsmarkt mit einem Jahr fest. Im Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG 2004) ist der maximale Nicht-Zugang mit drei Monaten festgehalten.
Doch faktisch haben Asylwerber in Österreich nur einen sehr eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt – ein Erlass des BMwA aus dem Jahr 2004 schränkt den Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylwerber auf Kontingente in der Saison- und Erntearbeit ein.

Aufgrund eines BMASK-Erlasses vom 18.03.2013 ist eine Lehre für Asylwerber bis 25 Jahre möglich geworden. Allerdings besteht der Zugang nur für Mangellehrberufe. Die Liste der Mangellehrberufe umfasst in Wien an die 30 Lehrberufe, in anderen Bundesländern ist die Liste weit weniger umfangreich. Die Argumentation für diesen Erlass ist grundsätzlich positiv: Junge Asylwerber sollen eine Ausbildung machen und einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen dürfen, die sie dann auch bei einem negativen Verfahrensausgang anderswo nutzbringend einsetzen können.

 

Arbeitsmöglichkeiten für Asylwerber

  • Beschäftigungsbewilligungen im Rahmen von Kontingenten für Saison- und Erntearbeit (siehe Download/ PDF AuslBG 2004)
  • Arbeit als Neuer Selbständiger: unterliegt nicht der Gewerbeordnung (Journalist, Künstler, Sportlehrer, Sprachtrainer u.a )
  • Gemeinnützige Beschäftigung (zu einem reduzierten Stundensatz z.B. in Einrichtungen von Gemeinden, Ländern, Bund möglich): wird nicht als Einkommen definiert und reduziert daher keine Grundversorgungsansprüche.
  • EUR 100/Monat erlaubter Zuverdienst neben dem Bezug von Grundversorgungsleistungen, darüber hinausgehendes Einkommen muss gegenverrechnet werden.
  • Ferial- oder Berufspraktikum: als Ferial- oder Berufspraktikum gilt nur eine Tätigkeit, welche Schülern eines geregelten Lehr- und Studienganges an einer inländischen Bildungseinrichtung mit Öffentlichkeitsrecht vorgeschrieben ist. (zit.: AuslBG 2004 § 3 (5) a, b)
  • Volontariat: ausschließlich für Zwecke der Erweiterung und Anwendung von Kenntnissen zum Erwerb von Fertigkeiten für die Praxis ohne Arbeitspflicht und Entgeltanspruch (Volontäre) bis zu drei Monaten im Kalenderjahr. (zit.: AuslBG 2004 § 3 (5) a), b)

Die Beschäftigung eines ausländischen Volontärs oder Ferial- oder Berufspraktikanten ist vom Inhaber des Betriebes, in dem der/die Ausländer/in beschäftigt wird, spätestens zwei Wochen vor Beginn der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice und der zuständigen Zollbehörde anzuzeigen. Das AMS muss binnen zweier Wochen eine Anzeigenbestätigung ausstellen (zit.: AuslBG 2004 § 3 (5) a), b).

  • Ausländer, die Konzert- oder Bühnenkünstler oder Angehörige der Berufsgruppen Artisten, Film-, Rundfunk- und Fernsehschaffende oder Musiker sind, dürfen

a) einen Tag oder b) vier Wochen im Rahmen einer künstlerischen Gesamtproduktion zur Sicherung eines Konzerts, einer Veranstaltung, einer Vorstellung, einer laufenden Filmproduktion, einer Rundfunk- oder Fernsehlivesendung ohne Beschäftigungsbewilligung beschäftigt werden. Die Beschäftigung ist vom Veranstalter bzw. Produzenten am Tag der Arbeitsaufnahme der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice anzuzeigen (zit.: AuslBG 2004 § 3 Voraussetzungen für die Beschäftigung von Ausländern, Punkt (4).
(Detaillierte Infos: siehe Download Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG), Stand 1. Mai 2004
§ 3 Voraussetzungen für die Beschäftigung von Ausländern
§ 4 Abschnitt II Beschäftigungsbewilligung Voraussetzungen)

 

Job-Shadowing – ein kleiner Schritt

Für junge Asylwerber gibt es keine Möglichkeit in Unternehmen zu schnuppern, um Berufsbilder in der Praxis kennenzulernen. Ein Praktikum ist für sie nur dann möglich, wenn sie in einer Ausbildung oder einer schulischen Maßnahme sind, wo ein solches zwingend vorgeschrieben ist. Berufsorientierung für ein paar Tage in einem Unternehmen ohne Schulbesuch oder Ausbildungsbesuch ist nicht möglich. Wir haben immer wieder junge Asylwerber in Betreuung, die gerade die Hauptschule absolviert haben und sich beruflich orientieren möchten. Die beste Orientierung und Information passiert in der Praxis, direkt bei Unternehmen. Doch dafür gibt dafür keine rechtliche Grundlage.

Nach Gesprächen mit AMS und BMASK kann lobby.16 jungen Asylwerbern ein sogenanntes Job-Shadowing in Unternehmen anbieten. Die Voraussetzungen dafür:

  • Abschluss einer Unfallversicherung
  • keine aktive Einbindung in Arbeitsprozesse
  • Mitgehen, Zuschauen, über die Schulter schauen
  • keine Arbeitsverpflichtung, kein Entgelt
  • max. Dauer von 2 Wochen in einem Betrieb

 

Volontariat

Hat ein junger Asylwerber eine Kurzausbildung über unsere Vermittlung abgeschlossen, bemühen wir uns im Anschluss um ein Volontariat für ihn. Dieses darf ein Asylwerber max. drei Monate/Kalenderjahr absolvieren und bedarf einer Bewilligung durch das AMS. Für die Dauer des Volontariates schließen wir eine Unfallsversicherung ab.

Bereits einige junge Asylwerbern haben Kurzausbildungen und haben anschließend Volontariate absolviert. Das AMS ist erfreulicherweise bislang mit Ausnahme eines einzigen Falles immer bereit gewesen, die Anträge zu bewilligen. Auch das Feedback der Unternehmen ist positiv. Und die jungen Asylwerber erhalten durch die Volontariate die Möglichkeit das in der Ausbildung Gelernte zu festigen und zu erweitern, schließen neue Kontakte, tanken Selbstbewusstein. Ausbildungen, die wir vermittelt haben:

  • Kindergruppenassistent
  • Kindergruppenbetreuer
  • Heimhelfer
  • Rezeptionist
  • Kosmetikerin

 

Gesetze/Richtlinien

Ausländerbeschäftigungsgsetz (AuslBG 2004)
Bericht der Kommission 2007
EU-Statusrichtlinie 2003
Kinderrechtskonvention

 

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