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kurzportraits junge flüchtlinge
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In unserem ersten Vereinsjahr 2009 kamen 75 minderjährige bzw. junge erwachsene Flüchtlinge aus 23 verschiedenen Ländern der Welt zu uns ins Büro – die meisten davon aus Afghanistan. 55 Burschen und 20 Mädchen haben wir beraten bzw. über einen kürzeren oder längeren Zeitraum begleitet und unterstützt.
In unserem zweiten Jahr 2010 waren es bereits 106 junge Flüchtlinge – 94 Burschen und 12 Mädchen, aus 30 verschiedenen Herkunftsländern, 62 davon aus Afghanistan. Wir haben viele von ihnen vom ersten Jahr weiter betreut und dazu gekommen sind auch viele neue Gesichter.
2011 haben insgesamt 186 junge Flüchtlinge aus 22 Herkunftsländern unser Büro mit unterschiedlichen bildungsbezogenen Anliegen aufgesucht (162 Burschen, 24 Mädchen), davon waren 125 Klienten Erstkontakte. Die Mehrheit kommt nach wie vor aus Afghanistan (130).
2012 suchten ebenfalls 186 junge Flüchtlinge unsere Unterstützung (167 Burschen, 19 Mädchen). Und nach wie vor sind die meisten aus Afghanistan (142).
Allen diesen jungen Menschen standen/stehen wir ungeachtet ihres Aufenthaltsstatus zur Seite – mit Information, Beratung und konkreter bildungsbezogener Unterstützung.
Wir vermitteln sie in (Schnupper-)Praktika und Volontariate, unterstützen sie bei der Suche nach einem Lehrplatz bzw. mit verschiedenen Kursangeboten (EDV-, Deutsch-, Mathematik-, Englischkurse) sowie mit Nachhilfe und Mentoring. Wichtig ist uns, Begabungen und Potenziale dieser jungen Menschen ans Licht zu bringen und zu fördern.
Unser Ziel:
Zuversichtlich nach vorne schauende junge Menschen, ausbildungs- und berufsbezogene Perspektiven und geglückte Wege
A.
ist seit 2006 in Österreich, ist 22 Jahre alt und kommt aus Guinea. Er wartet seit 2006 auf einen Asylbescheid und versucht die Zeit so gut wie möglich für Bildung und Ausbildung zu nutzen. Er hat hier den Hauptschulabschluss gemacht und möchte gerne im Tourismus (Hotellerie/Rezeption) arbeiten. Wir haben ihm im Februar 2010 ein zweiwöchiges Job-Shadowing zur Berufsorientierung im wombat’s CITY HOSTEL in 1150 Wien vermittelt.
Von der Tätigkeit eines Rezeptionisten ist er begeistert und er möchte nun gerne eine Ausbildung in diese Richtung machen. Auch die Geschäftsleitung und Mitarbeiter von wombat’s haben den Eindruck gewonnen, dass A. neben Begeisterung und Kommunikationsstärke auch wichtige Grundqualifikationen für diesen Beruf mitbringt – A. spricht französisch (Muttersprache), Englisch und Deutsch und auch ein wenig Arabisch. Gute EDV-Grundkenntnisse, auf die er weiter aufbauen kann, hat er sich in einem unserer EDV-Kurse in Kooperation mit bit schulungscenter, Microsoft Österreich und Österreichischer Computer Gesellschaft angeeignet. Nach eingehenden Gesprächen mit A. ist der nächste Schritt nun, ein realisierbares Ausbildungsziel zu definieren und A. auf diesem Weg mit Mentoring zu begleiten.
Im Herbst 2010 hat A. eine zweimonatige Grundausbildung zum Rezeptionisten am bfi wien absolviert. Wir haben uns dann im Frühjahr 2011 um ein 3-monatiges Volontariat bei wombat’s City Hostels bemüht. Leider wurde es vom AMS abgelehnt. Nun ist das Ziel, für A. eine Schule im Tourismusbereich zu finden bzw. eine andere machbare Ausbildungsschiene.
A. Hobby: Kamera & Film. Das Institut für Film und transmediale Medien hat ihm im April 2010 ein Stipendium für ein zweiwöchiges Workshop “Acting on Camera” an der Filmschule Baden ermöglicht. Diese zwei Wochen waren erfahrungsreich, spannend und interessant – A. ist mit leuchtenden Augen zurück gekommen. Daneben kocht er gerne und gut und hat bei unserem Projekt “cooking for lobbying” eine Spezialität aus Guinea zubereitet, die bei den Gästen der Abschlussveranstaltung auf großen Anklang gestoßen ist.
Zu A. Job-Shadowing siehe auch Link Presse:
Das große Glück einen Platz gefunden zu haben, Wirtschaftsblatt, 26.3.2010
cooking for lobbying: siehe Link Presse bzw. Dokumentation/Projekte
A.
ist 20 und mit 15 Jahren alleine aus Afghanistan nach Österreich gekommen. Er hat lange auf einen Bescheid gewartet und hat seit 2010 endlich endlich subsidiären Schutz (Abschiebeschutz), der ihm den Zugang zum Arbeitsmarkt und zu einer Lehre ermöglicht. Er hat in Österreich die Hauptschule abgeschlossen, danach in den Beruf Zahntechniker hineingeschnuppert und sich auch andere Lehrberufe angesehen wie Mechatroniker und IT-Techniker. Von April bis Juni 2011 hat A. einen IT-Spezialkurs absolviert, der auf IT-Lehrstellen vorbereitet hat. Nun sind wir dabei für ihn ein Praktikum und eine Lehrstelle im IT-Bereich zu finden.
A. war im Frühjahr 2009 in unserem ersten ECDL-START-Kurs, den er auch erfolgreich abgeschlossen hat. Anschließend hatte er seine Deutschkenntnisse in einem Spezialkurs „Schriftliches Deutsch“ erweitert, den eine professionelle DaF-Trainerin für lobby.16 abgehalten hat.
A. Hobbies: Fußball, Schwimmen, Billard. Seine Fußballleidenschaft konnte er letztes Jahr auch im Freundschaftsspiel „lobby.16 – REIWAG-Hobby-Fußballmannschaft“ mit Erfolg ausleben.
M.
M. ist 17, ist mit 14 alleine aus Afghanistan nach Österreich gekommen. Sie hat Anfang 2010 Asyl erhalten, besucht ein Gymnasium in Wiener Neustadt und wohnt in einer Mädchen-Wohngemeinschaft. Sie spricht sehr gut Deutsch und will nach der Matura gerne studieren. Im Sommer 2010 hat sie in einem von uns vermittelten Ferialjob ihr erstes eigenes Geld verdient (Edikte-Geier VersteigerungsGmbh., 1190 Wien). Auch im Sommer 2011 will sie arbeiten, an einem Ferialjob sind wir nahe dran ...
M. war im Sommer 2009 mit weiteren 5 Mädchen auf eine Woche Urlaub am Sterntalerhof im Südburgenland (www.sterntalerhof.at), die der Geschäftsführer des Sterntalerhofs lobby.16 geschenkt hat.
M. Hobby: Gitarre spielen
G.
ist 17, kommt aus Mazedonien und wartet seit 9 Jahren auf einen Asylbescheid. Sie hat in Österreich den Hauptschulabschluss gemacht, leider hat sie im Anschluss an die Hauptschule in keiner weiterführenden Schule einen Platz bekommen. Das lange Warten auf den Bescheid und die Orientierungslosigkeit sind psychisch extrem belastend für das Mädchen. Wir versuchen, G. bei der Berufsorientierung so gut wie möglich zu unterstützen und gemeinsam mit ihr die passende Ausbildungsrichtung zu finden. Einer ihrer Berufswünsche ist es mit Kindern zu arbeiten. Wir haben ihr im Juni 2010 ein zweiwöchiges Job-Shadowing in einer Kindergruppe vermittelt, von dem sie begeistert und fröhlich zu uns ins Büro gekommen ist. In diesen zwei Wochen ist sie aufgeblüht. Auch das Feedback der Kindergruppenleiterin ist positivst: G. hat sofort Zugang zu den Kindern gefunden und die Kinder sind auf sie zugegangen.
Unser nächster Schritt: Wir haben G. gemeinsam mit dem Kinderschutzzentrum eine Ausbildung zur Kindergartenassistentin am wifi WIEN finanziert. Mittlerweile hat sie die Ausbildung mit Erfolg abgeschlossen. Ein junges Mentorenpaar hat sie durch die Ausbildung begleitet und sie beim Lernen unterstützt. Von 22.11.2010 bis 18.2.2011 absolvierte G. ein 3-monatiges Volontariat in der Kindergruppe Purz’lbaum. Auch das hat sie mit Bravour gemeistert. Kindergruppenleitung und Eltern waren von ihrem Umgang mit den Kindern begeistert und die Kinder selbst vermissen sie seit dem Ende des Volontariates sehr.
Über respekt.net konnten wir G. die Höherqualifizierung zur Kindergruppenbetreuerin finanzieren. Diese Ausbildung hat sie Anfang Mai 2011 begonnen, Ende Juni wird sie die Ausbildung abschließen. Als Kindergruppenbetreuerin ist sie befähigt alleine und selbständig mit Kindern zu arbeiten.
Jetzt fehlt nur noch der Zugang zum Arbeitsmarkt und ein sicherer Aufenthalt, den wir G. von Herzen wünschen. Die Chancen dafür stehen gut.
T.
ist 20, kommt aus Afghanistan, hat in Österreich subsidiären Schutz und damit auch Zugang zum Arbeitsmarkt und zu einer Lehre. Er hat hier den Hauptschulabschluss gemacht und möchte gerne eine Lehre als Einzelhandelskaufmann, KFZ-Mechaniker oder Elektriker machen. Anfang Juni 2010 war er über unsere Vermittlung bei einem Recruiting bei
T-Mobile für eine Lehre als Einzelhandelskaufmann mit Schwerpunkt Telekommunikation. Das Resultat: eine Woche Schnuppern in einem
T-Mobile-Shop und seit August 2010 eine Lehrstelle bei T-Mobile! Mittlerweile ist auch die Probezeit erfolgreich bestanden und T. hat eine fixe Lehrstelle.
Der Filialleiter hat uns beim ersten Feedback-Gespräch rückgemeldet, dass T. verkauft, als hätte er nichts anderes bisher gemacht. T. hat in Afghanistan bereits im Geschäft seines Bruders ausgeholfen und sich dabei die ersten Erfahrungen im Verkauf angeignet, die er nun in seiner Lehre gut verwenden kann.
Mittlerweile zählt T. zu den Top-3-Lehrlingen bei T-Mobile ...!!
S.
S. ist im Iran geboren. Sie wurde bei der Flucht aus der Heimat von ihrer Familie getrennt und ist mit 14 alleine nach Österreich gekommen. Sie hat in Österreich bewundernswert viel schon geschafft: Hauptschulabschluss, Matura und jetzt studiert sie seit zwei Jahren Pharmazie. Sie hat in Österreich Asyl erhalten und kann sich in Österreich ein Leben aufbauen und macht das mit einer unglaublichen Energie und Zielstrebigkeit.
2009 hat sie bei lobby.16 einen ECDL-START-Kurs absolviert, über unsere Vermittlung hat sie seit Herbst 2010 eine geringfügigen Beschäftigung bei der Unruhe Privatstiftung, die sich mit ihrem Studium gut vereinbaren lässt. Im Frühjahr 2010 war sie auch bereits in die Aktivitäten rund um die Verleihung des SozialMarie-Preises involviert, den die Stiftung seit 2005 jährlich vergibt.
S.s Hobbys: Tanzen, Musik, Kunst, neue Gerichte und Rezepte ausprobieren
M.
ist 20 und seit 2006 in Österreich, hat subsidiären Schutz. Gemeinsam mit T. und S. haben wir ihn zum Lehrlings-Recruiting bei T-Mobile vermittelt, wo alle drei beim einwöchigen Schnuppern einen so positiven Eindruck hinterlassen haben, dass sie mittlerweile eine fixe Lehrstelle (Einzelhandelskaufmann) bei T-Mobile haben.
M. hat über Vermittlung unseres Kooperationspartners knewledge auch in den Lehrberuf eines IT-Technikers bei MP2 IT-Solutions hineingeschnuppert, aber festgestellt, dass diese Richtung doch nicht ganz die seine ist. Er braucht den Kontakt zu Menschen, zu Kunden, ist kommunikativ, lacht gerne und das einwöchige Schnupperpraktikum bei T-Mobile hat ihm auch aus diesem Grund sehr gefallen.
M. hat eine Mentorin an seiner Seite, die ihm bei der Berufsschule und insgesamt bei seiner Lehrausbildung mit Rat und Tat zur Seite steht.
M.’s Hobbies: er kocht gerne und gut – das hat ebenso wie Aliou aus Guinea in unserem Projekt cooking for lobbying bewiesen. Sein Ghorme Sabszi ist unschlagbar (ein persisches Reisgericht mit Bohnen und Rindfleisch und vielen Kräutern).
S.
ist neben T. und M. sozusagen der dritte im Bunde, der eine fixe Lehrstelle zum Einzelhandelskaufmann bei T-Mobile hat. S. kommt aus Afghanistan, ist seit 2007 in Österreich und hat subsidiären Schutz (Abschiebeschutz). Er ist 20 Jahre alt, hat hier den Hauptschulabschluss gemacht. S. ist wie viele andere junge Flüchtlinge mehrsprachig – Persisch ist seine Muttersprache, daneben spricht er Pashto und Indisch, auch recht gut Englisch und Französisch. Deutsch spricht er auch bereits sehr gut und er hat während seines ersten Lehrjahres sehr viel dazugelernt. Wiener Dialekt beherrscht er ebenfalls ...
Auch S. hat über unsere Vermittlung nun eine Mentorin, die ihm mit viel Engagement zur Seite steht.
S.
ist ein junger zielstrebiger Afghane, der seit Mai 2010 eine Lehre zum Installateur (Gas, Wasser, Heizung) bei der Firma Weiner in Wien 16 absolviert. S. hat über unsere Vermittlung bei dieser Firma drei Wochen geschnuppert und es hat ihm so gut gefallen, dass er sich für diesen Lehrberuf entschieden hat. Die Geschäftsleitung war von seinem Einsatz sehr angetan hat S. mit einer Lehrstelle eine Startchance gegeben. Es passt für beide Seiten gut – S. hat einen wunderbaren Lehrplatz, die Firma Weiner einen engagierten Lehrling. Wir begleiten S. durch die Lehre und haben ihm einen Mentor vermittelt, der ihn seit November 2010 begleitet. S. ist 20 Jahre alt, ist mittlerweile anerkannter Flüchtling und hat eine eigene kleine Wohnung.
Seine Hobbies: Fußball, Billard, zeichnen, schwimmen
A.
kommt aus der Russischen Föderation, ist seit 2005 in Österreich und hat subsidiären Schutz. Sie ist Mutter eines kleinen Buben im Kindergartenalter. A. hat hier den Hauptschulabschluss gemacht und ein Semester an einer Modeschule gelernt. In dieser Zeit hatte sie noch keinen subsidiären Schutz und die Ungewissheit hat ihre Konzentration auf das Lernen und die Schule erheblich geschwächt. So hat sie die Schule aufgegeben. Mittlerweile fühlt sie sich aufgrund des Abschiebeschutzes psychisch stabil und ist eifrig am Planen ihrer beruflichen Zukunft. Sie hat letztes Jahr bei uns einen ECDL-START-Kurs absolviert, interessiert sich für Mode und die Arbeit im Einzelhandel. Sie hat in einer Boutique geschnuppert und gearbeitet, aber die Vereinbarkeit mit Kind war aufgrund der Arbeitszeiten schwierig. Wir haben gemeinsam mit ihr nach Ausbildungsmöglichkeiten gesucht, die sie mit Kind gut schaffen kann. Wir haben ihre Interessen abgetestet, viele Gespräche mit ihr geführt.
Von Ende Mai bis Anfang Juli 2010 besuchte A. die Ausbildung zur Ordinationsgehilfin. Diese Ausbildung war ihr prioritärer Wunsch. Wir haben beim AMS um finanzielle Unterstützung ersucht und diese wurde bewiligt. Mittlerweile hat A. die Ausbildung abgeschlossen und arbeitet bei einem Zahnarzt als Ordinationshilfe. A. hat auch eine Mentorin, die sie intensiv unterstützt.


